Sind sie ein Energiesparmodell?

„Um Himmelswillen: Nein!“ werden die meisten sagen: „Ich bin ein Powermensch!“ Das wäre ja fürchterlich, nur mit Spar-Energie unterwegs zu sein, da erreicht man ja nie was.

Wirklich?

Der Mensch verfügt seit tausenden von Jahren über ein erfolgreiches biologisches Grundprogramm: Energie zu sparen, wo es möglich ist. Das ist eine Überlebensstrategie, die sich seit zig Generationen bewährt hat.

Und trotzdem glauben die meisten: Auf die Dauer hilft nur Power!

Dabei ist das Gegenteil der Fall. Wenn zu viel Energie aktiviert wird, dann läuft etwas falsch. Mein Systemischer Ausbilder Dr. Gunther Schmidt sagte immer zu mir: „Wenn bei deinen Teamentwicklungen, Coachings und Seminaren du die ganze Energielast trägst, dann läuft was falsch, dann halt an und ändere etwas!“

Irgendwie war ich aber anders programmiert. Denn automatisch und völlig reflexartig habe ich in genau solchen Situationen das Gegenteil gemacht, nämlich noch mehr Energie reingesteckt. Noch mehr Worte gesprochen, die dasselbe ausdrückten, und noch nachdrücklicher betont und mich danach noch leerer und ausgelaugter gefühlt.

Als erstes hat mir Achtsamkeit geholfen, genau den richtigen Zeitpunkt zu erkennen, an dem ich wieder mal unbewusst voll aufs Gaspedal drücken will. Die Beobachtung der Atmung ist dafür der Schlüssel. Denn die Standardreaktion in solchen Situationen ist eine flachere Atmung und eine erhöhte Atemfrequenz bis hin zur Hyperventilation. Dummerweise entziehen wir damit dem Gehirn einen großen Teil der Durchblutung. Ausgerechnet dann, wenn wir es am meisten bräuchten.

Wu Mei Ling, eine Meisterin der traditionellen chinesischen Kampfkünste, sagte mal zu mir:

„Mindestens 60 Prozent deiner Achtsamkeit sollten bei dir sein, sonst hast du keinen sicheren Stand.“

Seither ist mein Mantra bei Teamentwicklungen, Seminaren und Coachings: „Atme, sonst stirbst du!“ Unser Atem – sofern wir ihn achtsam begleiten – bringt uns ins Hier und Jetzt, beruhigt, fördert die Durchblutung des Gehirns, versorgt uns also mit Energie und sorgt gleichzeitig dafür, dass wir nicht zu viel Energie in eine Situation stecken.

„Ja super!“, sagen Sie vielleicht: „Jetzt bin ich ganz bei mir, voll im Hier und Jetzt und atme. Und was soll ich nun anders machen? Um etwas zu bewegen, braucht man doch Energie – sonst geht nichts!“ Stimmt.

Aber muss das immer Ihre Energie sein?

Bei meinen Teamentwicklungen, Seminaren und Coachings sind immer so viele Leute beisammen – und ich, großer Zampano, muss immer alles alleine stemmen? Mit aller Energie? Das kann nicht sein. Inzwischen investiere ich meine Energie darin, die Energie der Teilnehmer zu aktivieren: Und dabei kommt so viel zurück! Ich spare Energie und die Teilnehmer sind froh, wenn sie aktiv mit dabei sein können, anstatt passiv zu konsumieren.

Dadurch benötige ich weniger Energie und bin sozusagen im „Energiesparmodus“ unterwegs. Ich erreiche damit sehr viel mehr als vorher. Das können Sie auch.

Mit achtsamen Grüßen, Matthias Wölkner

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