Mein Haus, meine Yacht, mein Guru

Das sei das neue Besitzstandstriptychon der Topmanager, wie das Manager Magazin (Juni-Ausgabe) vermeldet. Diverse Topmanager lassen sich Gurus aus Indien einfliegen, um für ihre Meditationspraxis aber garantiert den allerbesten Lehrer zu bekommen. Was machen Sie und ich, wenn wir uns das nicht leisten können?

Sollen wir trotzdem meditieren? Ist das dann Mediation zweiter oder gar dritter Klasse? Ich zum Beispiel meditiere gerne auf einem Holzbänkchen, also meditiere ich sozusagen Holzklasse?

Andererseits gibt es viele Manager, die lieber verschweigen, dass sie meditieren – aus Angst als „esoterisch“ verurteilt zu werden.

Dabei ist wissenschaftlich bewiesen:Meditation ist gut, tut gut und steigert Gesundheit, Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit und Erfolg. Nur hilft es nichts, wenn Sie jedes Jahr einen Monat Hardcore in Indien meditieren – Guru hin oder her. Diese „Schocktherapie“ verändert nichts in Ihrem Berufsleben. Das ist wie einen Monat lang Freistöße und Doppelpässe zu trainieren und dann zu erwarten, dass man Weltmeister wird. Profis trainieren täglich. Zwei Mal.

Beim Meditieren lernen Sie loszulassen, runterzukommen und Ihren Akku wieder aufzuladen. Sie erreichen Präsenz und Klarheit. Wer diese Präsenz und Klarheit aber lediglich auf dem Meditationskissen sucht, hat den Sinn und die unglaubliche Wirkung von Meditation nicht verstanden: Präsenz und Klarheit spendet uns den größten Nutzen nicht auf dem Kissen, sondern im Alltag. Mitten im Hochleistungsstress brauchen Menschen und Manager Klarheit und Präsenz am allernötigsten – und nicht auf dem Kissen.

Im Zen spricht man deswegen von Formalen Übungen, wie eben der sitzenden Meditation, und betont gleichzeitig: Was Sie auf dem Kissen gelernt haben, sollten Sie auch und gerade im Alltag praktizieren; immer und immer wieder. Nur so werden Sie souverän, gelassen, achtsam und präsent. Und dafür brauchen Sie keinen Guru …

Mit achtsamen Grüßen
Matthias Wölkner

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