Lass die Sau raus!

Viele Manager und Leistungsträger, dazu gehören auch Hausfrauen und Mütter, sind am Ende des Tages total unzufrieden.

  • „Ich habe heute nichts bewegt.“
  • „“Den Tag kann man komplett streichen!“
  • „Ich bin kein Stück weiter gekommen …“

Was sagen/denken Sie an solchen Tagen? Wenn diese Menschen aber dazu aufgefordert, regelrecht gezwungen werden, den Tag einmal genau Revue passieren zu lassen, finden sich eine Menge Ereignisse, die genau das Gegenteil von dem beweisen wie sie ihren Tag wahr genommen haben.

Wieso ist das so? Sind das Masochisten, also Menschen, die ständig das Gegenteil einer rosaroten Brille aufhaben?

Nein, wir machen das nicht willentlich, sondern wir sind so programmiert. Der älteste Teil unseres Gehirns ist wie bei den Tieren rein aufs Überleben programmiert. Die Gehirnforschung hat herausgefunden, dass unser Gehirn im Allgemeinen auf einen negativen Stimulus um ein Vielfaches stärker als auf einen positiven Stimulus reagiert.

Eine negative Erfahrung in einer Beziehung, egal ob geschäftlich oder privat, wiegt mehr als vier positive Erfahrungen. Warum tut das Gehirn das?

Weil unsere archaische Programmierung sagt: Zum Überleben musst du dir Gefahren besser merken und schneller darauf reagieren als auf glückliche Momente.

Sind wir dem hoffnungslos ausgeliefert? Nein! Es gibt im engsten Sinne des Wortes eine Lösung des Problems.

Und wie lösen wir uns von dieser in Millionen von Jahren der Evolution geprägten Programmierung des Gehirns? Sie ahnen es:

Achtsamkeit!

Ich höre schon den Aufschrei mancher Leser: „Oh nein nicht schon wieder, ich soll atmen, meinen Körper spüren, meine Gedanken und Emotionen wahrnehmen, wie soll das denn bei meinem stressigen Alltag gehen?“

Vollkommen richtig: Das geht nicht. Anfangs schon gar nicht, weil in der Hitze der täglichen Gefechte die Programmierung unseres Gehirns stärker ist und meistens Oberhand gewinnt.

Ich verrate Ihnen einen Trick, den ich oft beim Coaching in solchen Situationen verwende:

Führen Sie ein Tagebuch des Erfolges oder nennen Sie es „Tagebuch der schönen Momente“. Setzen Sie sich abends hin und lassen Sie den Tag Revue passieren. Scannen Sie den Tag durch nach positiven Ereignissen. Sie finden nichts? Anfänglich völlig normal. Dranbleiben wie ein Trüffelschwein! Das findet jeden Trüffel und ist er noch so klein. Setzen Sie die rosarote Brille auf und betrachten Sie damit den Tag. Vielleicht finden Sie …

  • … eine kleine Begegnung mit einem Menschen, der Danke gesagt hat oder nur gelächelt hat.
  • … ein winziges Erfolgserlebnis wie zum Beispiel: „Die E-Mails habe ich erledigt!“
  • … einen Moment der Erleichterung wie zum Beispiel: „Die Besprechung war gar nicht so schlimm, wie ich sie mir vorgestellt habe.“

Meine Coachees berichten, dass sie sich anfangs regelrecht haben zwingen müssen, mindestens drei positive Ereignisse zu finden. Nach einer Woche aber sprudelte es nur so aus ihnen heraus. Und dann passierte etwas Verrücktes:

Trueffelschwein

Ihr Trüffelschwein war nicht nur abends beim Tagebuchschreiben aktiv, sondern während des Tages ständig auf der Suche nach Mo(nu)menten des Erfolges, des Glücks und der Freude, die sie früher nie bemerkt hatten.

Das schaffen Sie auch.

Und außer Ihrer Betrachtungsweise wird sich nichts verändert haben. Doch dadurch verändert sich Ihr Leben. Sie werden wesentlich zufriedener als vorher und auch erfolgreicher: Nichts beflügelt zum Erfolg wie Erfolg – wenn man ihn denn wahrnimmt. Lassen Sie die Sau raus, ähm, das Trüffelschwein!

Achtsame Grüße, Matthias Wölkner

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