Immer auf das gute Gefühl achten

Ich bin regelmäßig enttäuscht,  wenn ich Bücher oder Artikel lese über „So verändern Sie Ihr Leben“, „Wie überwinde ich meine Trägheit“ oder „Was tue ich gegen Aufschieberitis?“

Da wird erst groß und breit darüber geschrieben, wo ich enden werde, wenn ich nicht den Kampf mit dem inneren Schweinehund aufnehme: übergewichtig, rauchend, depressiv auf einer vergammelten Couch liegend und den ganzen Tag Alkohol trinkend vor dem Fernseher. Danach kommen die Tschaka-Aufrufe: Du musst, du sollst und du schaffst es …yeah!

Das ist nett, gut gemeint und hübsch geschrieben, aber es hilft in einer erschreckenden Vielzahl der Fällen nicht wirklich . Der Amerikaner hat einen Ausdruck dafür: TBU (True but useless). Wahr aber nutzlos.

Gibt es denn etwas, das wahr ist und auch nützlich?

Ja, gibt es und es ist auch noch ganz einfach.  Bei den vielen kleinen Entscheidungen, die Sie täglich treffen, fragen Sie sich vorher: „Wie werde ich mich damit am Ende des Tages fühlen?“.

Fühle ich mich am Ende des Tages besser, wenn ich bei dieser Tätigkeit  konzentriert dran bleibe oder zwischendurch hin und wieder in den sozialen Netzwerken surfe?

Fühle ich mich am Ende des Tages besser, wenn ich nochmal raus gehe an die frische Luft oder wenn ich mich gleich auf die Couch vor dem Fernseher lege?

Fühle ich mich am Ende des Tages besser, wenn ich mir noch ein zweite Portion zum Essen hole, oder wenn ich sage: Eigentlich reicht´s?

Jetzt sagen Sie bestimmt: „Die Antwort auf all diese Fragen ist doch klar, kommt ja jeder drauf.“ Weder das eine noch das andere. Es geht nicht um die logisch richtige Antwort, es geht nicht einmal um die „richtige“ Entscheidung dabei.

Es geht einzig und allein darum, dass Sie sich das Gefühl vergegenwärtigen, das Sie am Ende des Tages haben werden, wenn Sie so oder so entscheiden.
Machen Sie sich dieses Gefühl bewusst, bevor Sie Ihre Entscheidung treffen. Wird am Ende des Tages das gute Gefühl  aus der Erinnerung an einen lässlichen Luxus, eine schöne Faulenzerei oder ein anderes Vergnügen überwiegen? Oder das gute Gefühl, der Versuchung widerstanden und deshalb mit einer bestimmten Aufgabe weitergekommen zu sein? Zum Beispiel: Werde ich am Abend mit Genuss und Wonne an den zweiten Teller Spaghetti Arrabbiata denken? Oder wird mich das schlechte Gewissen plagen? Sie kennen sich, Sie wissen es.

Und wenn Sie am Ende des Tages so ein richtig schlechtes Gefühl haben, nehmen Sie es genau wahr. Es hilft Ihnen in Zukunft bessere Entscheidungen zu treffen.

Ich hab’s ausprobiert, es funktioniert, nicht immer, aber immer öfter. Kleine Nebenwirkung: Es trainiert Achtsamkeit. Bei den vielen kleinen Entscheidungen einfach vorher achtsam in sich hinein fühlen.

Mit achtsamen Grüßen Matthias Wölkner

Anmerkungen? Gerne, bitte schreiben Sie mir: Email

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